Endlich Ruhe! Es ist Sonntag, es regnet und alle Familienmitglieder sind mit sich selber beschäftigt: Schläfchen halten, Schleich spielen, CD-Hören. Jeder frönt dem eigenen Hobby und hat auf Rückzug geschaltet. Wenigsten und hoffentlich für die nächste halbe Stunde. Und was für eine Woche liegt da hinter uns. Aurelia ist nun acht Jahre. Geburtstage erfüllen mich immer mit gemischten Gefühlen. Da wäre Dankbarkeit für dieses Wesen und Freude darüber, was sich aus dem kleinen Neugeborenen entwickelt hat. Unfassbar immer wieder aufs Neue.Aber immer ist da auch Traurigkeit über den Fluss der Zeit, der so schnell unterwegs ist. Längst kenne ich nicht mehr alle Gedanken und Gefühle meiner kleinen Tochter und natürlich wird auch sie immer selbstständiger. Das ist wunderbar und notwendig und gleichzeitig ist es für mein Mamaherz manchmal ganz schwer auszuhalten. Verrate ich ihr natürlich nicht, aber wenn sie auf ihr Fahrrad steigt mit der Gitarre auf dem Rücken und ganz alleine ihren Nachmittagsgeschäften nachgeht, dann schlucke ich manchmal schon schwer. Eines ihrer ersten Worte war: alleine!

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Alleine und Selbermachen. Darüber habe ich mir diese Woche viele Gedanken gemacht, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Eine Weile habe ich für die Geschwister des jeweiligen Geburtstagskindes immer kleine Geschenke besorgt, damit sie auch etwas zum Verschenken haben. Ein Blödsinnsidee. Wir Eltern haben einfach noch drei Geschenke mehr besorgt und das war auch jedem klar. Wirkliche Freude und Anteilnahme sieht anders aus. Dieses Jahr hatte ich eine andere Idee. Aurelia eröffnet bei uns den Geburtstagsreigen im Jahr. Wer ihr etwas schenken wollte, sollte sich gefälligst selber etwas einfallen lassen. Zu Hilfestellungen war ich bereit. Und das Ergebnis war unglaublich und hat mein Herz wirklich zum Schmelzen gebracht: ein selbstentworfenes Mandalamalbuch, weil in der Schule gerade der Zirkel dran ist, ein alter Blumentopf neu bemalt und mit Sonnenblumensamen bepflanzt, die Lieblingskekse selbstgebacken von den Zwillis (da habe ich natürlich ein wenig unterstützend zur Seite gestanden). Alle waren aufgeregt und gespannt und wirklich: das Geburtstagskind hat sich aufrichtig und von ganzem Herzen gefreut. Ganz ähnlich war es übrigens mit den Geschenken der Gäste. Die größte Freude hatte sie an einem selbstgemachten Türschild ihrer besten Freundin. Selbermachen und vor allem selber Gedanken machen:toll!

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Kindergeburtstag am Weiher. Mein fünfjähriger Sturkopf fällt beim Versuch selber Kaulquappen zu fischen fast ins Wasser. Und ich gleich mit ihm. Der Weiher ist alles nur kein Schwimmteich. Ich ziehe am einen Ende des Keschers, er hält das andere verbissen fest. Irgendwann ist es mir Wurscht, soll er doch: Alleine!

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Meine zweijährige Maus wühlt aus dem Kleiderschrank eine türkisfarbene Sweathose mit Eulen, kombiniert mit einem pinkfarbenen Tüllrock und garniert mit einem rosa Ringeltop verkehrtherum. Sie besteht außerdem auf Socken. Morgens um sieben. Sie möchte so in den Kindergarten. Anziehen? Alleine!!

Ich backe Kuchen und zwar mehrere. Ich räume und kaufe ein, ich putze, organisiere und dekoriere wie ein wildgewordener Derwisch. Warum? Zum Geburtstagskaffe muss alles da sein. Und es soll dann auch mühelos aussehen. Ich mache alles selber. Und denke nicht im Traum daran um Hilfe zu bitten. Ich kann das nämlich alleine!! Verausgabe mich ganz ohne Not und bin nach der Woche fix und alle.

Das Selbermachen hat seine Licht und Schattenseiten. Eindeutig. Im günstigsten Fall hat man es geschafft. Man hält stolz das Ergebnis in den Händen oder hat etwas Neues gelernt. Vielleicht hat man auch nur die eigenen Grenzen ein wenig besser kennengelernt. Im ungünstigsten Fall dagegen hat man sich aus Sturheit und falschem Stolz völlig überfordert.

Zumindest bei meinen Kindern kann ich nur bereitstehen und sie machen lassen. Und hoffen, dass sie mich helfen lassen, wenn sie nicht weiterwissen. So schwer das auch ist.

Und ich hoffe das mein himmlischer Vater in ähnlicher Weise hinter seiner sturen Tochter steht.

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