Als ich noch ein kleines Mädchen war, da träumte ich über lange Zeit davon, einmal ein wildes, einfaches Leben fernab jeder Zivilisation zu führen. Je nach Tagtraumvariante lebte ich wahlweise in Höhle oder Holzhütte, schlief auf Fellen, ließ das Feuer lodern, schnitzte meine Löffel selber und ernährte meine zahlreichen Kinder mithilfe frischer Ziegenmilch und wilden Beeren. Bis in die verschachteltsten Einzelheiten stellte ich mir mein zukünftiges Leben vor und war in meiner Phantasie eine gelungene Mischung aus Ronja Räubertochter und Heidi.

Angekommen in meinem zukünftigen Leben muss ich bedauerlicherweise zugeben, dass, mit Ausnahme der  zahlreichen Kinder,  von den damaligen Träumen nicht allzuviel Realität wurden. Für Übernachtungen in der freien Wildbahn bin ich nur schwer zu  haben, ich weiß die Vorzüge von Heizung, Strom und einem anständigem Dach über dem Kopf durchaus zu schätzen und bin heilfroh, dass ich unsere Löffel nicht selber schnitzen,  sondern nur ab und an eine Runde Ikea ertragen muss. Allein die Sehnsucht nach einem einfacheren Lebensstil ist geblieben. Und wenn das Lebenskarusell sich wieder viel schnell dreht, wenn Arbeit und Anforderungen überhand nehmen, dann wird der Sehnsuchtsruf wieder lauter. Die letzten Wochen haben mir wieder mal deutlich vor Augen geführt, was ein zuviel  von allem für meine Familie bedeutet. Zuviel zu Tun, zuviel Neues, zuviel Eindrücke, zuviel Unterwegssein. Irgendwann laufen wir heiß, verlieren uns im Alltagstumult, werden ungeduldig, reizbar und maulig. Und alles in mir ruft nach der Hütte im Wald, nach der Höhle in der Wildnis. Höchste Zeit, um die Notbremse zu ziehen. Dem Himmel sei Dank gibt es ja… Ferien!! Gut, auch die verbringen wir nicht irgendwo in der freien Wildbahn, aber wir nehmen Tempo raus, Ruhe kehrt ein und alles kann durchschnaufen. Wir üben uns wieder im „einfachen Leben“ und im „weniger von Allem“. Dafür genießen wir

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Geschenke der Natur und viel frische Luft
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endlich wieder lange vorlesen und zwar das schönste Kinderbuch aller Zeiten. Wie gut, dass ich es immer wieder vorlesen darf.
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den ersten selbstgebackenen Kuchen meiner Tochter
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gesammelte Schätze
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Spieleabende
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Malen und…
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….kleine Basteleien

Ach ich wünsche mir so sehr, dass es uns besser gelingen möge aus den simplen Ferienfreuden auch kleine Alltagsfreuden zu machen. Dann würden wir zwar immernoch nicht in Blockhütte oder Höhle leben, aber wir wären dem einfacheren Leben schon ein gutes Stück näher.

Ein Gedanke zu “The simple life

  1. Wir haben hier noch eine Woche bis zu den Ferien. Aber ich freu mich auch schon drauf, weil mir das ‚im Moment leben‘ da doch irgendwie noch soviel leichter fällt. Aber wir üben schon: gestern hab ich trotz allem Trubel und Durcheinander zwischendurch mit meinem Sohn Cookies gebacken! 🙂

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