Oh, heute ist ein sehr aufregender Tag für mich. Nicht nur, dass die Schule bei uns wieder beginnt und den Jahresendspurt einläutet (dass ist nicht aufregend, sondern beängstigend, bestenfalls etwas deprimierend, mpf)

Nein heute beginnt ganz offiziell die Erstkommunionvorbereitung meiner Tochter und ich darf mich mit ihr auf den Weg machen. Von berufswegen bin ich eigentlich eine alte Häsin, was die Erstkommunionvorbereitung angeht, aber es ist jedes Mal eine sehr aufregende Sache sich mit einer Gruppe Kinder auf diesen besonderen Weg zu machen, gerade wenn das eigene Kind mit dabei ist. Und so sehe ich sehr gespannt dem heutigen Nachmittag entgegen, an dem ich zum ersten Mal meine kleine Gruppe bestehend aus sechs Mädchen begrüßen darf. Werde ich die richtigen Worte finden? Werde ich glaubhaft und überzeugend von Jesus und der Liebe Gottes erzählen können? Wird der Funke überspringen, sich vielleicht entzünden und als Feuer in ihrem Inneren weiterbrennen? Wird es ein guter gemeinsamer Weg, der einen langen Atem braucht und hoffentlich im Mai mit einem schönen Ferst endet? Fragen über Fragen. Eine aufregende Sache.

Der eigentliche Startschuß für die Vorbereitung fiel schon vor einigen Wochen bei einem gemeinsamen Gottesdienst aller Kommunionkinder unserer Pfarrgruppe, deren Eltern und Geschwistern und und und.Erfahrungsgemäß sind solche Gottesdienste sehr unruhig und wuselig, eher nervend als ermutigend. Es ist nun mal so, dass der Großteil derer, die sich da auf den Weg machen, keine Ahnung hat, warum sie das eigentlich tut. Sie fühlen sich fremd und unwohl in der ihnen fremden Umgebung. Manche sind peinlich berührt, unsicher und zweifelnd im Angesicht all der Merkwürdigkeiten, die im Laufe einer Messe so passieren. Viele Kinder haben außerhalb des Religionsunterrichtes noch nie von Jesus gehört.Ich finde das nicht schlimm. Man muss nicht schon überzeugt sein, um sich auf den Weg machen zu dürfen. Bei manchen mag es vielleicht nur noch eine alte Tradition sein, aber es steht mir nicht zu, das zu be oder gar zu verurteilen. Derr Geist weht wo er will. Und dieser Gottesdienst zeigte genau das. Im Anschluß der sehr liebevoll gestalteten Messe wurde, für katholische Gottesdienste unüblich, eine Einzelsegnung angeboten, als Stärkung für die Kinder und deren Familie. Absolut freiwillig und ohne jedes Muss. Und sie kamen alle. Die erfahrenen Gläubigen, die Zweifelnden und die Peinlichberührten. Die Überzeugungstäter und die Fragenden. Ruhe kehrt ein. An der ein oder anderen Stelle flossen Tränen. Eine eigentümliche Atmosphäre von Ergriffenheit und Heiterkeit wurde spürbar. Der Geist Gottes weht wo er will. Ich sah von Ferne mein Mädchen nach vorne gehen und war zutiefst berrührt. Sie macht sich auf den Weg und sie wird so groß dabei, Aber sie muss diesen Weg nicht alleine gehen, ich darf sie behütet wissen. Und vielleicht ist es letztlich das, was alle Eltern eint, egal welcher Glaubensrichtung oder intensität sie angehören. Der tiefe Wunsch, dass das eigene Kind behütet sein möge und das Wissen, dass das außerhalb unseres menschlichen Vermögens liegt. Ich ging auch nach vorne, spürte die Schwere menschlicher Hände auf meinem Kopf, vor allem aber spürte ich Kraft und Trost.

Es liegt ein Segen im Segen. Er sagt uns zu, dass wir geliebt und behütet sind. Und so segne ich meine Kinder vor jedem Schlafengehen, an jedem Morgen, wenn sie in die Schule gehen. Manchmal schenken sie mir diesen Segen zurück und dann freue ich mich sehr. Ich bitte um Segen für die Vorbereitungszeit, die heute beginnt. Um die richtigen Worte. Um einen Funken, der überspringt

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