Ich möchte mir gerne ein Schatzkistchen ins Herz stellen. Ein kleines Kästchen, in dem ich all die Kostbarkeiten des Alltags, die Schönheit eines Augenblicks, die Kleinigkeiten, an denen mein Blick hängen bleibt und die mich erfreuen, aufbewahren kann. Eine Schatzsucherin des Alltags möchte ich sein, immer wieder neu.

Oh du wunderbarer, schnöder Alltag, wie freue ich mich so sehr, dich wieder zu haben! So muss es sich anfühlen, wenn man nach langer Wüstenwanderung endlich einen Krug Wasser ansetzen darf. Hat man ja auch noch nie gehört, dass dann einer nach Champagner und Schweinebraten brüllt. Nein, nach Zeiten der Dürre verlangt es den Dürstenden nach klarem, frischen Wasser und nach Wochen der Turbulenzen verlangt es mich nach stinknormalen, gewöhnlichen Alltag, ganz ohne Schnick und Schnack. Eine ganz neue Welle der Dankbarkeit überkommt mich beim Anblick von Schmutwäscheberge und Wollmäusen. Wenn es weiter nichts ist…Dummerweise habe ich nicht den Schimmer einer Ahnung, ob ich die Wüste für längere Zeit hinter mir lassen darf, oder ob das hier nur eine kleine Minioase ist, an der man mal auftanken darf. That’s life. Und so fülle ich meine Reserven auf, packe mein Schatzkästchen voll, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Ich lege hinein

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Einen langersehnten Nachmittag mit meiner großen Tochter. Nur  wir beide. Die Mission war klar und das Traumkleid, ihr persönliches Traumkleid, wurde gefunden. Außerdem amüsierten wir uns prächtig über Minibrautkleider und gigantische Reifröcke. Das große Fest wirft seine Schatten voraus und Vorfreude ist doch fast so schön, wie das eigentliche Ereignis selbst. Als Bonus gab es den ersten Freiluftkaffee und Paninis vom Italiener. Das Kind war selig und ich notiere im Geiste: mehr Solozeiten für die Kinder.

Einen Sonntagsausflug in den kleinen Tierpark. Es regnete und es war kalt, aber wir waren draußen und einigermaßen gesund. Bewaffnet mit einer Thermoskanne und den Waffeln vom Vortag konnte uns das Wetter die Laune nicht vermiesen. Der Frühling kommt! Ehrlich!

Schleichwelten. Mein Erstklässer ist verrückt nach diesen Figuren, schon immer gewesen. Und sie ermöglichen ihm unendliches Spielen. Der beste Freund und eine Handvoll Schlümpfe, mehr braucht er nicht um wirklich glücklich zu sein. Versunken, über Stunden, kein Verlangen nach irgendetwas. Darum beneide ich ihn manchmal.

februar-2017-002Das Bild meines kleinen Mädchens, die schlafen kann, überall     (nur nicht des Nachts in ihrem Bett…). Sich die Pause nehmen, wenn man sie braucht- auch darum beneide ich sie manchmal

Es wird Fassenacht in Meenz. Als ich mich vor Jahren in einen Mainzer verliebte, konnte ich ja nicht ahnen, auf was man sich da einlässt. Der Fassenacht kann man sich nicht entziehen und allen „Fröhlichkeit auf Kommando geht gar nicht“ Unkenrufen zum Trotz, liegt eine gewisse Leichtigkeit in der Luft. Beim Stadtbummel mischen sich selbstverständlich bunte Gardisten unters Volk, der Gatte holt den Sack mit Kostümen vom Speicher, „wer darf in die Fernsehsitzung ? “ ist ein ernstzunehmendes Thema (mein Schwager, Schnorreswackler, wie jedes Jahr werden wir ihn vor dem Bildschirm bejubeln!), und überall rennen ein paar Musiker rum, deren Getrommel es einem unmöglich macht, die Füße still zu halten. Letzten Sonntag durften wir eine Fassenachtsmesse feiern, die deutlich mehr Herzen berührt hat, als so manche Festpredigt. Ich mag das. Ich mag den Humor und leise Spitzen. Nur wenn es vulgär wird und moralische Überlegenheit in Form plumper Beschimpfung daher kommt, dann mag ich es nicht. Aber nach Wüstenzeiten kann man sich zur Fröhlichkeit auch entschließen, es ist wie ein großer Schluck klaren kalten Wassers nach der Dürre. Sonst besteht die Gefahr, dass man im Sand einfach stecken bleibt, obwohl das Ziel schon so nahe ist. In diesem Sinne wünsche ich allen ein leichtes Herz und heitere Gedanken, egal ob du nun närrisch bist, oder eben nicht.

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