höre ich seit geraumer Zeit in der Endlosschleife „Christ ist erstanden…“ von Schubert. Wir werden es in der Osternacht mit dem Chor singen und haben fleißig geprobt. So fleißig, dass dieses wunderbare Stück jetzt die Hintergrundmusik meiner Tage und leider auch Nächte ist. Allerdings gibt es natürlich schlimmere Ohrwürmer als immer und immer wieder die Botschaft im Ohr zu haben: Christ ist erstanden!

Diese Hintergrundmusik in meinem Kopf untermalt diese Stunden und Tage, in denen unsere Welt plötzlich wohltuend zusammenschrumpft. Ferien, der Ausbruch der Maul und Klauenseuche bei unseren Kleinen inklusive Fieber und Pusteln an den unmöglichsten Körperstellen ( im Kindergarten nennen Sie es euphemistisch „Hand und Fußkrankheit“, aber ach, wem will man etwas vormachen?) und der interessanten Tatsache, dass alle Zufahrtsstraßen zu unserem kleinen Ort gleichzeitig wegen Bauarbeiten gesperrt sind, führen zu diesem Zusammenschnurren der Koordinaten. Trotzdem hadert keiner mit diesen etwas beschwerlichen Umständen, kein Murren und kein Nölen.

Wir fertigen Osterkarten für liebe Menschen. osterferien20171 014Eine neue Familienosterkerze in gemeinsamer Arbeit.

In der Osternacht werde ich sie mitnehmen und sie wird uns bis zum nächsten Osterfest begleiten. Meine beiden Großen, die schon mitkommen dürfen, haben sich noch eigene kleine Osterkerzen gebastelt.

Mit meinem Mädchen nähe ich simple Ostereier aus Stoff  für unseren Osterstrauß und sie freut sich so, dass sie etwas Neues lernen konnte.

Wir lesen uns tagtäglich durch die einschlägige Osterliteratur und ich genieße entspannte Kinder und unverplante Zeit. Und in meinem Kopf: Christ ist erstanden!

Dazwischen spielt sich eine Horde Piraten durchs Haus, werden aus ein paar Gartenstühlen und losen Brettern schwankende Schiffsplanken, backt mein Großer Schiffszwieback, was man der Küche ansieht, dringt zum Leidwesen ihrer Brüder aus dem Zimmer meines Kommunionkindes non stop Andreas Gabalier Musik ( macht mich noch ganz wuschig- heute habe ich schon anstelle der geplanten Kartoffelsuppe Kaiserschmarren gemacht), messe ich Fieber und verarzte Pusteln, Schnittwunden und aufgeschürfte Knie, sammle zum tausendsten Mal Socken ein.

Und in meinem Kopf: Christ ist erstanden!

Die Botschaft mischt sich in und unter alles, was wir tun und lassen. Sie durchdringt unsere polierten Augenblicke im Sonntagsstaat und profanste Alltagshandlungen, das Spielen und das Arbeiten, das Kümmern und das Loslassen. Auch wenn der Ohrwurm irgendwann wieder aus meinem Ohr verschwindet, die Botschaft bleibt.

Frohe, gesegnete Ostertage wünsche ich euch!

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