Uups! Hast du es gemerkt? Ich habe eine Woche geschwänzt! Das ist mir in dem guten Jahr mit meinem kleinen Eckchen hier tatsächlich noch nie passiert. Als ich letzte Woche meinen Kalender aufschlug, staunte ich kurz:“ Ach, schau an!“ Und dann bekam ich Schnappatmung und hektische Flecken. Die Seite für diese Woche war so voll geschrieben, dass ich teilweise Schwierigkeiten hatte, die einzelnen Termine noch zu entziffern. Da gab es Elternabende (mehrere), Entwicklungsgespräche und Krankengymnastik, Festvorbereitungen und Geburtstage, Friseurtermine (auch mehrere, leider war keiner für mich dabei) und eine ganze endlose Liste an Kleinigkeiten, die irgendwie erledigt werden wollte, so etwas wie: „Ich brauche neue Sportschuhe. Morgen. Sonst kann ich nicht mitmachen und es gibt Ärger.“ Ich musste etwas streichen- und leider war es mein Eintrag hier. Elternabende lassen sich ja schlecht verschieben und bei Geburtstagen ist es auch eher ungünstig, vor allem, wenn es nicht der eigene ist.

Als der Gatte und ich ganz frisch verheiratet waren, da habe ich ihm in meinem verliebten Überschwang das größte Geburtstagsgeschenk gemacht, das man einem Mann meiner Meinung nach machen kann. Seither ist mir zumindest nichts Vergleichbares gelungen, ich bin eigentlich raus aus dem Schneider für den Rest unseres Lebens. Ich schenkte ihm pünktlich zum Geburtstag unseren ersten Sohn! Als bitte, so ein Geschenk muss man erst mal toppen! Nun teilen sich die beiden seit elf Jahren den selben Geburtstag, was eigentlich ganz praktisch ist. Wir haben die Anzahl der Geburtstage in unserer Großfamilie ordentlich minimiert. Zwei Doppelgeburtstage, besser geht es nicht. Der Nachteil an der Geschichte ist, dass der Gatte in den vergangenen zehn Jahre seinen Geburtstag mit Topfschlagen, Schnitzeljagten und Schatzsuchen verbrachte.  Und relativ häufig hörte: ach stimmt, du hast ja auch… Er trägt das jedes Jahr mit viel Langmut und Humor. Dieses Jahr aber wurde der beste Gatte von allen vierzig. Und so etwas will gefeiert werden. Damit der nun Elfjährige auch ordentlich Geburtstag haben konnte, haben wir gleich zwei Tage gefeiert. Und werden noch einen Kindergeburtstag hinten dran hängen. Wenn man schon am Feiern ist, kann man auch gleich weiter machen.P1050320

Und so feierten wir mit Torte und mit Streuselkuchen, mit großem Buffet, mit Freunden, Kollegen und etwa 25 Kindern. Es gab Geschenke und Lagerfeuer und Marshmallows, so, wie wir es mögen. Ich feiere so gerne diese beiden Menschen, für die ich unendlich dankbar bin und den Tag, an dem aus mir eine Mama wurde. Und wenn du selber Mama bist, dann weißt du- da bleibt in dir erst mal kein Stein auf dem anderen. Alles fügt sich neu zusammen, wegen dieses kleinen Bündels Mensch, im Grunde wirst auch du neugeboren. Also vergiss nicht dich zu feiern, wenn das nächste Mal ein Kindergeburtstag ansteht!

Ich feiere gleich weiter, wenn auch ohne Torte und Streuselkuchen (ich backe so furchtbar ungern und es verträgt sich auch schlecht mit gesunden Essensplänen…). Aber ich feiere die Freundschaft, die vielleicht ein fast ebenso großes Geschenk ist, wie die Familie- und manchmal kann man es gar nicht so genau auseinanderhalten…zwanzig Jahre darf ich diese beiden tollen Frauen zum Beispiel schon kennen. Damals tranken wir unseren Kaffee zu dritt, heute haben wir gemeinsam elf Kinder! Und wir kennen uns immer noch, wenn das kein Grund zum Feiern ist.P1050339

Ich feiere den Beginn meiner liebsten Jahreszeit, den blauen Himmel, die klare kühle Luft, das Laub auf der Straße und die Lust auf Tee. Die erste Kürbissuppe und Sonnenblumen in meiner Vase, das Brummen der ersten Vollernter und den Geruch von Maische in den Straßen unserer kleinen Stadt.

Und ich feiere, dass die Seiten in meinem Kalender wieder leerer werden, so in zwei bis fünf Wochen. Ich werde auch nicht mehr schwänzen, versprochen! Bis dahin, mach es gut und feiere das Leben!

4 Gedanken zu “Feste feiern

  1. Das sieht ja nach fröhlichen Feiern aus! Wenn das kein Grund ist, das Bloggen zu schwänzen 🙂 Eure Doppelgeburtstag habt ihr ja super hinbekommen 🙂 Wir haben das so verteilt, dass von Februar bis Juni in jedem Monat ein Kind Geburtstag hat. Wir Eltern reihen uns ebenso in diese Monate mit ein. Wir befinden uns also im „Ruhe-Halbjahr“. Die Schule wird trotzdem nächste Woche wieder beginnen und ich vermute, deine Zwei-bis-fünf-Wochen-Prognose zum In-den-Alltag-finden ist ziemlich realistisch. Genießt die Zeit – bevor dann die Weihnachtsfeiern wieder anfangen 🙂 Liebe Grüße, Martha

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  2. Liebe Sandra!
    Was für ein schönes Foto von euch dreien und wie schön, dass es so viel bei euch zu feiern gab! 🙂
    Deine Texte sind wunderbar! Sie bringen einen zum Lachen oder auch mal zum Weinen und berühren mich immer auf ganz besondere Weise.
    Ich freue mich immer wenn es hier etwas Neues zu lesen gibt!
    Liebe Grüße von einer stillen Mitleserin der ersten Stunde – die den kleinen Bruder Deiner Freundin E. geheiratet hat 😉

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