Meine Kinder planen Weihnachten. Nicht das Weihnachten von diesem Jahr, Gott bewahre, nein, nein. Diese Planungen überlassen sie hübsch und voll Vertrauen den himmlischen Heerscharen und ihrer lieben Mutter. Sie planen eifrig Weihnachten 2070, wer bei wem mit wie vielen Kindern feiern wird. Ich darf dann auch dabei sein und mich über plus minus 25 Enkelkinder freuen (eine Ankündigung, die ich jetzt schon schriftlich festmachen und beglaubigen lassen sollte, nicht, dass sie das bis in fünfzig Jahren alles wieder vergessen haben und ich dann mit mickerigen fünf Enkelkindern unter dem Baum sitze…) Ich weise kurz darauf hin, dass ich dann deutlich über neunzig sein werde und man für mich wahrscheinlich ein Lätzchen und etwas Haferschleim, anstelle von Gans und Rotkohl,  bereithalten müsse. Aber, ich muss mir da gar keine Gedanken machen. „Mama, du wirst dann die agile 93 jährige sein, die keinen Tag älter als achtzig aussieht und mit ihren Enkelkindern Skateboard fährt!“, tröstet mich mein großer Junge. Damit wäre dann auch geklärt, wer im nächsten Jahr mein Lieblingskind sein wird, hihi….

Während meine Kinder also unser aller Zukunft planen, plane ich das Naheliegende, nämlich Weihnachten 2019. Ich schreibe endlose Listen, die ich umgehend wieder verlege, aber trotzdem dringend brauche. Die Einkaufsliste für die Feiertage, die „Wer- braucht- eine- Weihnachtskarte-Liste, eine „Wer- braucht eine Weihnachtskarte- mit -kleiner Dankesschönaufmerksamkeits-Liste“, die Geschenkeliste für die Kinder, Geschenkeliste für alle Anverwandten und Patenkinder, die Adventskalender-Befüll-Liste, die Wunschliste der Kinder für Anverwandte, die wissen wollen, was sich die Kinder wünschen, die Liste mit allen Adressen zu verschickender Päckchen, damit mich in der überfüllten Postfiliale keine Panikattacke beim Ausfüllen von Paketscheinen ereilt und natürlich eine Liste darüber, welches Kind sich zu welcher Zeit an welchem Ort bei welcher Feierlichkeit aufhält und rechtzeitig vor dem Heiligen Abend wieder eingesammelt werden möchte. Ich plane also, dass es nur so staubt, um irgendwie noch den Überblick zu behalten, in all dem Getümmel.

Wenn ich nicht plane, dann produziere ich. Geschenke und Karten und Päckchen und gute Ideen und warme Wünsche und das macht mir tatsächlich viel Freude, ich bin sogar hochzufrieden mit mir und den kleinen Aufmerksamkeiten, die hoffentlich dann selbst etwas Freude verbreiten werden. Ach, weißt du was, was soll`s, ich erzähle dir kurz davon, vielleicht sitzt du ja selbst gerade vor einer Liste und rätselst über kleine Geschenkideen. Eine ganz wunderbare Geschenkidee habe ich bei Veronika gefunden, sie ist kinderleicht umzusetzten, also wirklich im Sinne von „für Kinder leicht umzusetzten“, sie sieht hübsch aus und ist nachhaltig. Du findest die Anleitung unter der Rubrik „diy“.  Dieses Jahr verschenken wir also als kleines Dankeschön selbstgemachte Wachstücher, die jede Alufolie ersetzten und immer wieder verwendbar sind. Mit diesem Geschenk liegst du auch absolut im Trend, sogar in der Schweiz wird eifrig Stoff gewachst. Ganz hingerissen bin ich von meinen kleinen Wärmflaschenhüllen, du musst nur die Nadeln etwas klappern lassen und schon verschenkst du etwas kuschelige Wärme, und die Idee, Wärme zu verschenken, gefällt mir ganz außerordentlich gut. Und aus den Resten habe ich kleine Eierwärmer gestrickt, und die würde ich ja auch am liebsten selbst behalten. Für die zehn! Paten unserer Kinder gibt es die wunderbaren Tonlichterkegel, die wir schon für den Basar hergestellt haben, das ist nämlich immer ein guter Probelauf (und die acht Lämpchen waren in den ersten zwanzig Minuten verkauft) und am Sonntag gingen wir in Serie.

Wenn ich nicht plane und produziere, dann mache ich Pause. Na gut, Päuschen. Am Sonntag war Zeit, für einen Stapel frischgebackener Waffeln in Gesellschaft der „Herdmanns“, wir zelebrieren täglich den „Andere Zeiten Adventskalender für Kinder“, der wirklich großartig ist und ich schenke mir jeden Morgen einige Minuten mit dem „Stille Post“ Kalender von Susanne Niemeyer, die auch ziemlich großartig ist und wertvolle Gedanken in meinen frühen Tag plumpsen lässt. Und dann denke ich, dass es genau so sein muss, durcheinander und geschäftig, planend und produzierend, mit Wollresten zwischen den Kissen, Päckchen, die sich stapeln, Stempelkissen und Briefumschläge, einer sucht immer das Tesafilm, und irgendwo dazwischen eine Kerze, die brennt und ein Teller voll Lebkuchenherzen und Spekulatius für Kinder, die auch ganz geschäftig sind. Weihnachtsaufregung liegt in der Luft, sie knistert schon, wenn du genau hinhörst, dann kannst du einen Engel vorbei huschen hören, meine Tochter hat es gerade gestern gehört, dieses himmlische Geräusch voller Verheißung.

Und dann, ganz bald, ist Weihnachten. Am 25. Dezember, nicht am 24., nicht vergessen. An Weihnachten ist Schluss mit Planen und Produzieren. An Weihnachten ist Pause. Da liegt es dann in der Krippe, das Kind und du darfst dich beschenken lassen, du darfst es gut sein lassen, egal, ob bis dahin alles nach Plan lief, egal, ob du produktiv warst, oder nicht. Vergiss all deine Listen und Pläne, sieh großzügig hinweg, über das, was nicht so ist, wie du es wolltest, sei gnädig mit dir und deinen Lieben. Nimm dir Zeit, für die Hauptperson, die dir nahe sein will, höre, was er dir sagen will, der Ehrengast auf Krippenstroh, was er dir ins Herz legt, alles andere vertage getrost ins nächste Jahr.

P1120388

Ach, ich wünsche dir von ganzem Herzen frohe, segensreiche Weihnachten! Habt es fein, du und deine Lieben, bleibt gesund und seid behütet, in diesen besonderen Tagen und an jedem einzelnen Tag, den das neue Jahr uns bringen mag!

 

 

3 Gedanken zu “Pläne

  1. Ein warmes :-), herzliches Merci für all deine wunderbaren Texte in den vergangenen Monaten! Mein Mittlerer ist heute volljährig geworden und mein Ältester vollendet am Sonntag seine ersten zwei Jahrzehnt!
    Gerne lasse ich mich von dir jeweils für ein paar Minuten mit einem Herzen voll Dank in die Vergangenheit entführen, um dann ebenso dankbar wieder meinen Alltag fortzusetzen. Jede Zeit hat Wundervolles!
    Frohe Weihnachten, seid gesegnet!

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  2. Gesegnete Weihnachten wünschen wir euch auch ! Hier sieht es recht ähnlich aus 🙂 und diese Zukunftsvision leben wir auch. Das ist ganz wunderbar. Ich vermute, 25 Enkelkinder könnten es bei mir vielleicht sogar werden …. Wir werden sehen.

    Andere Zeiten für Kinder – den haben wir auch und der ist wirklich toll ! Lennart kam heute stolz hoch: er hatte das Labyrinth von gestern lösen können.

    Viele Grüße
    Andrea – die Großfamilienmama

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