Wenn es ein Thema gibt, das, neben der elenden homeschoolerei, gerade alle Eltern gemeinsam haben, dann ist es wohl das Essen. Selbst eingefleischte Kochmuffel müssen in diesen Tagen unaufhörlich Mahlzeiten zubereiten, am besten solche, die die eh schon fragile Stimmungslage nicht noch mehr zum Wanken bringen, Broccoli-Hirsebratlinge sind also vielleicht nicht in jederkinds Interesse, außer…na du weißt schon, dann nur zu. Woche um Woche nur noch Pizza und Pommes, Nudeln und Pesto oder wahlweise Tomatensauce sind zwar auch eine Lösung- auf lange Sicht aber irgendwie unbefriedigend und zwar für alle Beteiligten, nicht nur für die eigenen Hüften. Weil es uns allen so geht, hatte Daniela, der das seelische Gleichgewicht von Familien nicht nur beruflich eine Herzensangelegenheit ist, die Idee zu einer kleinen Blogparade. Lasst uns gegenseitig ein wenig inspirieren und damit entlasten, eine hervorragende Idee, wie ich finde und ich darf anfangen.

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Meine Brut ist verfressen, wie sollte es auch anders sein, es ist ja meine. In dem Moment, in dem das erste unserer Jungen das Licht der Welt erblickte, riss es das Schnäbelchen auf und rief nach Futter. Daran hat sich bis heute nichts geändert, nur ist es mittlerweile eben ein ganzer Chor und je älter dieser Nachwuchs wird, desto nachdrücklicher und drängender auch seine Forderung nach Essbarem. Kaum ist das Frühstücksgeschirr verräumt, fällt bestimmt irgend jemandem die dringende Frage ein: „Was gibt es zu Mittagessen? Was gibt es zur Pause? Zum Abendessen? Kann ich einen Keks? Mir ist irgendwie hungrig?!“ Kennst du?

Um das Risiko einer Meuterei und den Verschleiß meiner Nerven möglichst gering zu halten, schreibe ich jede Woche einen Essensplan. In diesem älteren Blogartikel kannst du nachlesen, was noch alles für so ein Plänchen spricht. Und bevor du dich an die Arbeit machst, kommt hier ein bisschen Inspiration aus unserem Alltag. Falls du mit deiner Familie nach einem zuckerfreien, fleischlosen Vollwertkonzept lebst, dann gratuliere ich dir ehrlich und von Herzen. Weil ich aber in dieser Hinsicht schon lange kapituliert habe, wirst du hier und heute wohl eher wenig Brauchbares für dich finden.

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Lieblingsessen…sind die wichtigsten Essen, vielleicht jetzt mehr denn je. Mit Lieblingsessen lassen sich fast jede Krise bezwingen, sie füllen Bauch und Seele gleichermaßen, sie trösten und umarmen dich. Ein Lieblingsessen sagt:“ Ich habe an dich gedacht, ich weiß, was dir wohltut, denn ich kenne dich und ich weiß um dich.“ Sie schenken Heilung und Heimat. Sie sind übrigens keinesfalls zu verwechseln mit Kummerfressen, Löcher stopfen und Verg“essen“, denn sie schenken echte Zuwendung und nicht Verdrängung. Unsere Top 3 Lieblingsessen, neben Pfannkuchen und Nudeln, sind

1. Schupfnudeln, in der Pfanne gebraten, ein paar Speckwürfelchen dazu, wenn ihr mögt, mit einer Eiersahne übergießen und stocken lassen. Dazu Spinat oder Salat und alle sind froh.

2. Gefüllte Paprika, wobei ehrlicherweise Teile von uns nur die Füllung essen, aber du musst flexibel bleiben. Ich fülle die Paprika mit gebratenem Hackfleisch, etwas Feta, Tomatenzeug, Couscous, alles schön vermengt mit Kreuzkümmel und Knoblauch, ab in den Ofen. Sehr lecker, mag ich auch.

3. Gefüllte Pittabrote. Ist etwas aufwändiger, macht dafür aber auch glücklich. Ich backe die Pittabrote selber und dann werden sie nach Herzenslust am Tisch befüllt. Mit Hähnchenbrust in Streifen gebraten, Tomaten, Joghurtsauce, Gurken, Schafskäse, ach du weißt schon.

Schnelle Essen…bewahren dich an hektischen Tagen vor dem Nervenzusammenbruch und an müden vor der inneren Kapitulation, sind damit also Lebensretter. Und sie halten den Herd und alle Töpfe sauber…

1. Laugenpizza. Du kaufst Tiefkühlaugenstangen, wirfst sie mit Abstand aufs Blech und kochst dir erstmal einen Kaffee, den du dann in Ruhe trinkst. Bis dahin sind die Dinger aufgetaut und du kannst sie platt ausrollen und belegen, wie jede andere Pizza auch. Ab in den Ofen, aus die Maus.

2. Pestokartoffeln. Du kippst die gewaschenen Kartoffeln ungeschält auf ein Blech und schiebst sie in den Ofen. Du beschäftigst dich anderweitig. Nach einer guten halben Stunde holst du das Blech raus und rückst den Kartoffeln mit einem Pfannenwender zu Leibe. Jede schön platt drücken. Jetzt ein bisschen Salz und Pfeffer und einen ordentlichen Löffel Lieblingspesto auf jeder Kartoffel verstreichen, Speckwürfel optional und Reibekäse. Zurück in den Ofen und nach zehn Minuten ist alles erledigt.

3. Spinatkuchen. Du rollst fertigen Blätterteig aus, oder jeden anderen Teig, den du magst, dein Blech braucht aber einen hohen Rand. Darauf kommt eine Masse aus jungem Tiefkühlspinat, ein Becher Ricotta, zwei Eier und eine Packung Feta. Gut würzen und die Muskatnuss nicht vergessen. Jetzt kommt noch ein Teigdeckchen oben drüber und schwupp in den Ofen.

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Draußen- Essen…retten die Stimmung, den Tag, die Weltlage. Es geht dabei weniger um das Essen, sondern um das Setting, um frische Luft und Bewegung, um das Gefühl von Weite und Freiheit und dabei ist relativ egal, wo. Terrasse, Weinberg, am Fluss, im Wald, ein Bächlein, eine Wiese, Hauptsache raus und erstmal durchschnaufen. Draußen schmeckt übrigens alles anders und in der Regel leckerer. Alles, was ihr braucht ist eine Picknickdecke und ein Rucksack voll Essen. Butterbrote, harte Eier, Grünzeug, ein Taschenmesser zum Äpfel schneiden…Du taust wieder deine Laugenstangen auf und teilst sie in kleine Stücke, schon hast du handlichen Laugenkonfekt. Ich wickle gerne alles was ich finde in Pizzateig und backe kleine Teigtaschen. Halte den Aufwand klein, es soll Spaß machen , und dann ab nach Draußen ( ja, auch unter der Woche, auch am Abend , oder in der Frühe…es muss ja nicht immer gleich ein Tagesausflug sein)

Sonntagsessen…kocht bei uns der Gatte, weil für ihn Erholung bedeutet, was für mich spätestens am Ende der Woche zum Verlust meiner Contenance führt. Also lasse ich ihn machen. Manchmal braucht es eine Pause, am besten einmal in der Woche. Er kocht dann Sachen wie Risotto. Oder rollt Nudelteig aus. Oft ist der Orient bei uns zu Hause und Auberginen schmurgeln vor sich hin. Wunderbar, Hauptsache ich bin nicht zuständig. Falls seine Kreationen dem Nachwuchs nicht schmecken, ist das dann übrigens auch seine Angelegenheit.

und nun noch drei absolute Überlebenstipps…

  1. Habe immer und unter allen Umständen, auf allen Wanderungen, Ausflügen und Reisen mindestens eine Tüte Gummibärchen dabei. Auch sie rettet Leben und Stimmung, belebt müde Füße und bockige Geister
  2. Habe immer und unter allen Umständen genug Essen für alle. Futterneid ist die Quelle allen Übels.
  3. Bedenke immer: die wichtigste Waffe im Kampf gegen Skorbut ist ein Pürierstab

Puh, so viel von mir. Nächste Woche gibt es neue Inspiration bei Johanna von Vollkommenbesonders Und die Woche darauf bei Nici von Milch und Honig...und die Woche darauf, ach warte ab, du wirst dich kaum retten können vor lauter tollen Ideen…. Guten Appetit!

6 Gedanken zu “Fütterungszeit

  1. Hallo,
    das sind tolle Ideen, die ich gerne aufgreife!
    Lass dich nicht entmutigen, aber auch Kücken , die jenseits der 18 schweben und das Nest noch nicht verlassen haben, kreischen nach essen…
    Hier sinds im Moment drei und ich kann dich sehr gut verstehen.
    Dank Corona liegt meine kleine Arbeit brach und mein Hauptaugenmerk liegt nun im Füttern.

    Viel vergnugen wünsche ich dir weiterhin!

    Gefällt 2 Personen

  2. Wunderbar, danke für die amüsante Viertelstunde, die ich beim Lesen Deines Beitrags hatte. Alles Gute und viel Segen (denn der Segen, so sagte einmal eine Schüler von mir, der Segen ist wos Guat`s). Liebe Grüße von der Gärtnerin mit dem gruenen Daumen.

    Gefällt 1 Person

  3. ..mir ist irgendwie hungrig…..dieser satz ist ja zu nett…..bei uns ist fast dietägliche hungerohnmacht , die anklopft….also muss der kühlschrank immer gut gefüllt sein und es muss viele ideen geben was es alles zu essen gibt ;)…einen wochenplan habe ich auch, das mact es leichter….
    lg
    annette

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