Bin ich schon zu spät, oder kann ich dir noch ein gutes neues Jahr wünschen?! Doch, doch, das geht schon, es ist ja kaum zwei Wochen alt, und geht damit noch dicke als Neugeborenes durch. Also: ich wünsche dir und all denen, die zu dir gehören, ein gutes, segensreiches und erfülltes Jahr! Und dann muss ich äußerst dringend noch etwas loswerden, was mir wirklich auf der Seele brennt: Danke! Danke für die vorbestellten Bücher, jedes einzelne freut mich so sehr. Danke für diesen Vertrauensvorschuss, denn du weißt ja gar nicht, was dir da bald ins Haus geflattert kommt (diese Woche noch, wenn alles gut geht…). Vor allem aber danke für all die wunderbaren Worte, für freundliche mails und liebe Nachrichten. Plötzlich haben unbekannte Leserinnen einen Namen, kenne ich ein paar Geschichtchen mehr, weiß auch ich wieder, dass man nie alleine durch dieses verrückte, schöne Leben stolpert, sondern es dir ganz ähnlich geht. Ist das nicht unglaublich tröstlich und entlastend? Ich finde das ganz ausgesprochen tröstlich, das und Freundlichkeit. Es ist die Freundlichkeit, die hier so großzügig in meinen digitalen Postkasten geflossen ist, die mich wirklich bewegt hat. (Für den Fall, dass du noch ein Buch bei mir bestellen möchtest, nur zu, ich bin bin zu allen Schandtaten bereit- eine kurze Nachricht an s.geissler@gmx.de genügt. Vergiss aber deine Adresse nicht, okay?) So, nun aber genug davon, oder warte, eins noch: falls du auf Instagram unterwegs bist, dann feiere doch am Donnerstag, 13. Januar, um 20.00 Uhr mit mir in einer Insta-live-Lesung. Du findest mich unter sandra7geisslein. Die wunderbare Daniela Albert von elternsein-familieleben wird mich unterstützen und das wird bestimmt sehr nett.

Genug vom Buch für heute, aber noch nicht genug der Freundlichkeit. Ich weiß gar nicht mehr, ob es bereits ein oder zwei Jahre her ist, dass ich mich pünktlich zu Jahresbeginn lang und breit darüber ausgelassen habe, warum ich mir entgegen aller Trends, kein Jahreswort oder Motto zulege. Funktioniert für mich nicht, hatte ich festgestellt, sehr überzeugt war ich von meiner Erkenntnis und damit war auch diese Kuh vom Eis. Wie es mir nicht selten mit Erkenntnissen geht, ging es mir auch mit dieser. Die Kuh spazierte vom Eis, drehte sich um und lachte mich herzlich aus. Deshalb sollte man sich zwar immer um Erkenntnis mühen, aber tunlichst vor Absolutheiten hüten, die gehen selten gut und haben eine kurze Halbwertszeit. Letztes Jahr blieben die Bonhoeffer-Zeilen „Von guten Mächten“ an mir kleben, ohne dass ich sie darum gebeten hätte. Zwischen den Jahren habe ich dir davon erzählt. Kaum war ich wild entschlossen mir kein Wort zu suchen, hatte das Wort mich gesucht. Auch in diesem Jahr habe ich mich gar nicht erst auf die Suche begeben. Entweder, dachte ich, entweder das Wort und ich begegnen uns zufällig und verbringen spontan die nächsten Monate zusammen, oder ich spaziere einfach so durchs Leben, ohne Wort, aber nie wortlos.

Du ahnst es schon, die zufällige Begegnung ergab sich, vielleicht war es auch kein Zufall, sondern ein Geschenk. Das Wort, dem ich in den letzten drei Wochen immer und immer wieder begegnete, heißt Freundlichkeit. Ich traf es in Gedichten und Liedern, in Gebeten und Begegnungen. Ich mag es. Freundlichkeit ist eine Lebenshaltung, für die du dich ganz bewusst entscheiden kannst. Sie ist nicht aufdringlich und klebrig, nicht schrill und zu viel. Ich schätze diese Haltung sehr und mir gefällt die Vorstellung, mich von der Freundlichkeit durch das Jahr begleiten zu lassen. Freundlichkeit mir selbst gegenüber, meinen Ängsten und Sorgen, meinem Scheitern und meinem Gelingen. Freundlichkeit gegenüber meinem Körper, ihn gut zu nähren, zu bewegen, zu versorgen, nicht ihn zu verurteilen, zu bewerten, zu überhören. Freundlichkeit gegenüber denen, die mir lieb sind und die mir trotzdem manchmal furchtbar auf den Geist gehen. Freundlichkeit gegenüber jenen, die ich nicht verstehe, die mir unbegreiflich sind, die mich ratlos und wütend machen (jaja, hmm, das ist der hakelige Teil, ich weiß). Freundlichkeit gegenüber anderen Haltungen, Entscheidungen und Meinungen. Ich muss sie nicht gut finden, ich darf sie kritisieren, nur freundlich möchte ich dabei sein, nicht geifernd und zeternd. Ich will sogar freundlich bleiben, wenn mich ein Autofahrer anpöbelt und anschreit, obwohl er die Vorfahrt missachtet hat, aber hej, ich kann nicht versprechen, dass das klappen wird. Ehrlich, ich bin zutiefst davon überzeugt, was diese Welt wirklich dringend braucht, ist Freundlichkeit. Vielleicht habe ich dann nicht das letzte Wort, habe ich nicht am lautesten gebrüllt, bin ich ein naiver Gutmensch, bekomme ich trotzdem eine unfreundliche Antwort. Vielleicht muss ich die Freundlichkeit auch immer wieder suchen gehen, weil sie mir abhanden gekommen ist, im Gewühl des Alltags, genau wie Schlüssel und Portemonnaie. Aber ich will sie gerne zu meiner Begleiterin machen, meine Freundschaft mit ihr pflegen, mich immer wieder um sie bemühen. Ich will auch die Hoffnung nicht aufgeben, dass sie letztlich ansteckender ist, als jeder Virus, ein Kind in der Krippe hat es uns einst vorgelebt.

Die großartige Sarah Bessey hat es in Worte gefasst, die ich dir gerne noch dalassen möchte, bevor ich mich ins Getümmel stürze.

„Some of your work for 2022 will be evident to people. other work will be only evident to you, perhaps your therapist, your closest people, our Holy Spirit. Its all good work and I bless you in it. But perhaps this also a year to be excessively gentle with yourself too.

Gentle with your words to yourself. Gentle with your expectations. Gentle with your demands. Gentle with your soul. Gentle with your plans, your time, your hours, your sleep. Gentle with your partner, your kids, your people. Gentle with your needs, your wants, your desires. Gentle with your mind and your body.“

Hab es fein dieser Tage, lass dich nicht entmutigen, von den Wirren der Welt, du bist behütet.

3 Gedanken zu “New beginnings

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