Weißt du, wie lange ich schon in diesem Blogeckchen wohne? Ich weiß es tatsächlich nicht ganz genau, aber aus einer flüchtigen Idee sind Jahre geworden-so viel zumindest ist sicher. Ich habe mir das Eckchen damals in einem großen Mietshaus voller anderer Blogeckchen, Blogetagenwohnungen und eindrucksvollen Bloglofts eingerichtet. Es sollte nur ein kleines Eckchen sein, in dem sich Gäste wohlfühlen und Gedanken ein Zuhause finden. Ich sag`s mal so: Die Miete im Haus wurde während der Jahre in hübscher Regelmäßigkeit spürbar erhöht, aber der Vermieter sorgt sich nicht sonderlich um seine Bewohner. Sie dürfen nicht einfach streichen, die Möbel umstellen oder gar etwas an die Wand hängen. Dafür würde er erst wieder die Miete erhöhen wollen oder er würde diese Wände am liebsten gleich selbst dekorieren- mit jeder Menge Werbung.

Du siehst, es ist ungemütlich geworden in und um mein Eckchen herum, ungemütlich und sehr teuer und irgendwie ungut. Höchste Zeit für Veränderung. Ein Umzug, ein Auszug, ein Rückzug?! Ach, ich habe über viele Möglichkeiten nachgedacht. Der Gedanke an Umzug (wie, wohin, alles verloren, was jemals war??) erschien mir digitaler Analphabetin nahezu unmöglich umzusetzen. Der Gedanke an Rückzug machte mich wirklich traurig, zu sehr ist mir dieses Eckchen und seine Besucher an`s Herz gewachsen. Und plötzlich bog eine Lösung um eine unerwartete Ecke. (Gott sei Dank, echt- wie im schlechten Film, wenn alles schon ein wenig aussichtslos erscheint, das retadierende Moment quasi, der Teil der Story, den ich immer gerne überspringen würde)

Die Lösung kam in Gestalt eines neuen Vermieters und dieser bietet dem Eckchen ein neues Zuhause in einem kleineren Mietshaus mit Blick ins Grüne an (Server, es heißt Server und ich kann nicht fassen, was ich dieses Jahr schon alles gelernt habe). Und weil er kein Miethai ist sondern sehr bemüht um die werte Hausgemeinschaft, managt er auch gleich den ganzen Umzug, sogar die Möbel wird er wieder aufbauen, den ganzen alten Kram. Ich werde neue Möbel brauchen, ist ja klar, aber für die erste Zeit reichen die alten. Kommst du mit? Ich bin ein wenig aufgeregt, ob ich mich im neuen Haus zu Recht finden werde oder planlos durch die Flure irren werde. Weil wir hier von Internet reden und nicht von echten Umzugshelfern wirst du im günstigsten Falle gar nicht merken, dass die 7geisslein bald wo anders wohnen. Nur nächste Woche, wenn alles über die Bühne geht, da wird es vielleicht ein wenig Durcheinander geben, aber das lässt sich leicht verschmerzen, für das neue Wohnglück. Ich freue mich schon auf ein paar neue Tapeten und hübsche Bilder. Und auf dich, wenn du mich besuchst und dich hoffentlich weiter wohlfühlst. So, jetzt weißt du Bescheid, war ja auch höchste Zeit.

Also wundere dich nicht, wenn es ein wenig ruckelt, es ist nur der digitale Umzugswagen.

So, bis dahin ist es höchste Zeit für Rhabarberkuchen und Holundersirup, für gesegnete Pfingsttage und Frühsommerblau. Für Erdbeeren (du musst natürlich das Erbe deiner Kinder investieren, aber andererseits sind es ja Vitamine. Vitamine sind wirklich wichtig). Für lange Abende mit diesem ganz speziellen Junilicht. Für Pfingstrosen und die ersten Sommerfeste. Ich persönlich finde es ist allerhöchste Zeit, dass unsere speienden und fiebernden Kinder endlich wieder gesund werden, die Waschmaschine stöhnt und ächzt schon wegen der vielen Überstunden. Es gibt also mehr als genug zu tun, für dich und auch für mich, bis wir uns dann bald im neuen alten Blogeckchen wieder treffen.

Bis dahin, hab es fein, bleib gesund und behütet

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5 Gedanken zu “Höchste Zeit

  1. Was bin ich froh, dass Du „nur“ umziehst! Hatte in den ersten Zeilen schon befürchtet, dass Du Dich verabschiedest! Da wäre ich sehr sehr traurig gewesen! Danke, dass Du weiter machst! Hab einen guten, möglichst wenig nervenaufreibenden, Umzug!

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  2. Habe auch erstmal einen Schreck bekommen, als ich angefangen habe, zu lesen. Ich will unbedingt mit Dir umziehen, möchte Deinen Blog nicht missen: So viel Frohmachendes und Bedenkenswertes finde ich hier. Danke für Deine Texte, für jeden Einzelnen – und einen guten Umzug!

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  3. Mir ging’s genau so: Oh Schreck, was kommt jetzt!?!
    Auch als Oma bin ich immer wieder begeistert und berührt von dem, was du schreibst.
    Für deinen „Umzug“ wünsche ich dir gutes Gelingen!

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  4. Mache bitte weiter!

    Ich habe genau so einen Schreck bekommen, weil ich zuerst dachte, Du möchtest Deinen Blog ganz aufgeben.

    Deshalb mein dringender Wunsch: Mache bitte weiter! Ich habe schon so oft Ermutigung und Horizonterweiterung durch Deine Worte erfahren. Sie sind jedes Mal eine große Bereicherung, ich habe sie schon öfter weiter gegeben und verlinkt.

    Vielen Dank für Deine Beiträge, für all die Mühe und Zeit, die dahinter stecken.

    Viel Erfolg beim Umzug und viele Grüße,
    Myriam

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