{"id":2050,"date":"2017-04-26T09:47:42","date_gmt":"2017-04-26T07:47:42","guid":{"rendered":"http:\/\/7geisslein.com\/?p=2050"},"modified":"2017-04-27T08:25:05","modified_gmt":"2017-04-27T06:25:05","slug":"vor-und-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/7geisslein.com\/?p=2050","title":{"rendered":"Vor und Nach"},"content":{"rendered":"<p>Schwups, da sind sie auch schon rum, die lang herbeigesehnten Ferien. Obwohl wir wenig unternommen haben, waren sie doch vollgestopft mit Eindr\u00fccken und Erlebnissen, mit Osterfeierlichkeiten und Krankheiten, mit Spielen und der Sichtung von Liegengebliebenem, mit Ausruhen und Durchschnaufen, mit Anlaufnehmen f\u00fcr die letzte Runde vor dem Sommer. Jetzt sind alle aus dem Haus und die eingekehrte Stille ist noch ein wenig ungewohnt, aber nicht unangenehm, keineswegs. Ich sortiere immer noch die W\u00e4sche und die Gedanken der letzten Tage. Buntes und Wei\u00dfes. Erlebtes und Gesehenes. Und stelle fest, dass<\/p>\n<ul>\n<li>nach den Ferien eben auch vor den Ferien bedeutet. Der lange Sommer wartet um die Ecke und winkt uns unter zu Hilfenahme aller Feiertage schon mal freundlich zu. Sehr nett von ihm. Und damit kein falscher Eindruck entsteht: ich mag und brauche auch Alltag. Ich geh\u00f6re nicht zu den Menschen, die meinen, dass das Leben nur an Wochenenden und im Urlaub lebenswert w\u00e4re, nein wirklich nicht. Aber das Wissen, dass nach intensiven Phasen auch wieder ruhigere kommen, dass nach der Arbeit eine Pause wartet, auf die Anspannung auch die Entspannung folgen darf, erleichtert doch manches und beruhigt ganz ungemein<\/li>\n<li>nach dem Stopp vor dem Stopp ist. Am Wochenende reisten wir nach Bayern zur Erstkommunion unserer Nichte. Der Gatte hatte auf wunderbare Weise mitgedacht- er kennt uns halt doch ganz gut&#8230;.und so wei\u00df er, dass wir eher mittelm\u00e4\u00dfige Autofahrer sind. Wir werden schnell n\u00f6lig, besonders diejenigen von uns, die unter zehn sind. Nach zweieinhalb Stunden Stopp in Pfortzheim, direkt an der Autobahn ein wundersch\u00f6ner Wildpark, familienfreundlich, da man nur die Parkgeb\u00fchr f\u00fcr das Auto zahlt. Danke! Picknick und zwei Stunden Ausgleichsauslauf und die Fahrt konnte \u00a0ohne Geheule weitergehen. N\u00e4chster Stopp: eine bayrische Stadt im str\u00f6menden Regen<\/li>\n<li>nach dem Rumms vor dem Rumms ist. Wir bezogen die ausgew\u00e4hlte Jugendherberge, die auf ihrer Internetseite unter anderem mit Familienfreundlichkeit warb. Das ist sie nicht. Ein aberwitziges Schl\u00fcsselkartensystem, fehlende Ausstattung, L\u00e4rm und Gegr\u00f6le \u00fcber die ganze Nacht, der Charme eines Sechziger Jahre Kreiskrankenhauses zu echt saftigen Preisen. Um 18.15 Uhr teilte man uns lapidar mit, dass es das von uns zwei Tage zuvor telefonisch angefragte Abendessen nicht geben w\u00fcrde. Die K\u00fcche sei zu. Eine uns fremde bayrische Stadt, es sch\u00fcttete wie aus Eimern, f\u00fcnf \u00fcberm\u00fcdete Kinder und Hunger. Nach einer halben Stunde fand sich der Ableger einer Pizzakette. Wahrscheinlich sah das Rudel nasser und hungriger W\u00f6lflein so erbarmungsw\u00fcrdig aus, dass die Bedienung uns auch ohne Reservierung einen Tisch zuwies. Und oh ja- es rummste. Der Gatte ist sehr langm\u00fctig und freundlich- da war er es nicht mehr. Das Entscheidende an der Episode: der Chef des Hauses war gar nicht da und nach zwei Telefonaten am Montagmorgen hatten wir eine Entschuldigung und einen Preisnachlass von f\u00fcnfzig Prozent. Merke f\u00fcr den n\u00e4chsten Rumms: die meisten Dinge lassen sich kl\u00e4ren und wieder in Ordnung bringen, so lange alle Beteiligten gespr\u00e4chsbereit bleiben. Wir w\u00fcrden zwar nicht mehr hinfahren, aber wir sind auch nicht mehr \u00e4rgerlich.<\/li>\n<li>nach dem Verlust vor dem Gewinn ist. Als Sahneh\u00e4ubchen f\u00fcr unsere gr\u00e4ssliche Jugendherbergsnacht stellten wir fest, dass unser J\u00fcngster seinen hei\u00dfgeliebten Schnuller samt Schnullertuch unterwegs verloren hatte. V\u00f6llig \u00fcberm\u00fcdet schlief er irgendwann ein. Die n\u00e4chste Nacht zu Hause hatte er nur ein angebissenes Exemplar. Heldenhaft warf er es am Montag in den M\u00fcll. Mit Pipi in den Augen erkl\u00e4rte er mir: &#8222;Ich schaffe das!&#8220; Erste Schritte sind ja meistens schnell und leicht gegangen. Gestern Mittag brach er weinend zusammen, \u00fcberw\u00e4ltigt von Trauer und Schmerz. Weinend erkl\u00e4rte er mir: &#8222;ich schaff das nicht!&#8220; Ich sa\u00df an seinem Bett, hielt seine H\u00e4ndchen \u00a0und litt mit ihm. &#8222;Doch&#8220;, sagte ich, &#8222;Doch. Du schaffst das. Jetzt hast du schon soviel geschafft&#8220;. Und siehe da. Gestern Abend war das Ding kein Thema mehr. Was f\u00fcr ein Gewinn! Wie oft klammere ich mich an Dingen fest, die mir scheinbar Halt und Trost geben? Anstatt auf die Stimme zu h\u00f6ren, die mir sagt: du schaffst das. Ich bin hier. Und ich lasse dich nicht allein.<\/li>\n<li>nach dem Fest ist vor dem Fest. Wir haben das bayerische Erstkommunionkind geb\u00fchrend gefeiert. Ich beobachtete mein M\u00e4dchen und wie ihr langsam die Erkenntnis d\u00e4mmerte, dass es keine zwei Wochen mehr dauert, bis zu ihrem Festtag. Die Aufregung steigt. Auch bei mir. Letzte \u00a0Nacht um drei Uhr hatte ich pl\u00f6tzlich die Erkenntnis, dass es gar nicht auf all die hundert Details ankommt, die mein Hirn hei\u00dflaufen lassen. F\u00fcr den Augenblick, auf den es an diesem Tag wirklich ankommt, sind Essen, Festtagskleidung, Geschenke und G\u00e4ste v\u00f6llig unerheblich. Sogar wir Eltern. Der, auf den es ankommt, der macht das ganz ohne mein Einmischen.\u00a0<img data-attachment-id=\"2069\" data-permalink=\"https:\/\/7geisslein.com\/?attachment_id=2069\" data-orig-file=\"https:\/\/7geisslein.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/image13.jpg\" data-orig-size=\"2448,3264\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"image\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/7geisslein.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/image13.jpg\" data-large-file=\"https:\/\/7geisslein.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/image13.jpg\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2069\" src=\"http:\/\/7geisslein.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/image13.jpg\" alt=\"image\" width=\"2448\" height=\"3264\" \/><\/li>\n<\/ul>\n<p>Immer und immer wieder stelle ich fest, dass jede Geschichte zwei Seiten hat. Oder drei oder f\u00fcnfzig. Es gibt immer ein danach und ein davor. Nichts und niemand steht f\u00fcr sich allein. Ein riesiges Wimmelbild und ich werde nicht m\u00fcde, es zu studieren.<\/p>\n<div class=\"sharedaddy sd-sharing-enabled\"><div class=\"robots-nocontent sd-block sd-social sd-social-official sd-sharing\"><h3 class=\"sd-title\">Teilen mit:<\/h3><div class=\"sd-content\"><ul><li class=\"share-twitter\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/7geisslein.com\/?p=2050\" data-text=\"Vor und Nach\"  >Tweet<\/a><\/li><li class=\"share-facebook\"><div class=\"fb-share-button\" data-href=\"https:\/\/7geisslein.com\/?p=2050\" data-layout=\"button_count\"><\/div><\/li><li class=\"share-jetpack-whatsapp\"><a rel=\"nofollow noopener noreferrer\" data-shared=\"\" class=\"share-jetpack-whatsapp sd-button\" href=\"https:\/\/7geisslein.com\/?p=2050&amp;share=jetpack-whatsapp\" target=\"_blank\" title=\"Klicken, um auf WhatsApp zu teilen\" ><span>WhatsApp<\/span><\/a><\/li><li><a href=\"#\" class=\"sharing-anchor sd-button share-more\"><span>Mehr<\/span><\/a><\/li><li class=\"share-end\"><\/li><\/ul><div class=\"sharing-hidden\"><div class=\"inner\" style=\"display: none;width:150px;\"><ul style=\"background-image:none;\"><li class=\"share-pinterest\"><div class=\"pinterest_button\"><a href=\"https:\/\/www.pinterest.com\/pin\/create\/button\/?url=https%3A%2F%2F7geisslein.com%2F%3Fp%3D2050&#038;media=https%3A%2F%2F7geisslein.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2017%2F04%2Fimage15.jpg&#038;description=Vor%20und%20Nach\" data-pin-do=\"buttonPin\" data-pin-config=\"beside\"><img src=\"\/\/assets.pinterest.com\/images\/pidgets\/pinit_fg_en_rect_gray_20.png\" \/><\/a><\/div><\/li><li class=\"share-end\"><\/li><\/ul><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwups, da sind sie auch schon rum, die lang herbeigesehnten Ferien. 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